25. April: Frust mit Frost
Nun also doch! Viele Tage haben wir gezittert und uns beglückwünscht, dass der Frost die Reben einigermassen verschont hat. Doch in der letzten angesagten Frostnacht von Mittwoch auf Donnerstag (25. April) hat er die Reben in den eisigen Griff gepackt. Wir schätzen, dass etwa 50 % der Austriebe des Cabernet Jura erfroren oder mindestens sehr stark geschädigt sind. Was beim Solaris passiert ist, können wir noch nicht beurteilen. Die Pflanze hat die Blätter zigarrenförmig eingerollt und die Saftzirkulation unterbrochen. Ob dies ein Schutzmechanismus ist oder eine Schädigung, können wir noch nicht beurteilen. Jedenfalls ein Frust und einer, der sich im April anbahnt und sich seit sieben Jahren mit Regelmässigkeit wiederholt. Heisse und trockene Sommer und frostiger April nach einer kurzen und zu warmen Frühlingswärme - das ist die neue Realität.
Frost 25.4.
Triebe des Cabernet Jura mit schweren Erfrierungen

20. April: Zitterpartie
Und wie so oft in den letzten sieben Jahren wird es eine Zitterpartie: Wieviel Grad unter Null sinken die Temperaturen? Wird es Boden- oder Luftfrost geben? Nach den extrem hohen Temperaturen anfangs April und dem frühen Austrieb sind die Reben jetzt im Fünfblattstadium und würden Minustemperaturen schlecht vertragen. Wie sich schützen? Frostkerzen, wie wir sie im Jahr 2017 einsetzten, bringen wenig. Hilfreich ist, das Gras zu mähen, damit die Kaltluft besser abfliesst. Aber gegen (trockenen) Luftfrost hilft dies nicht.
IFrostkerzen 2017
Faszinierend, aber dramatisch: Die Frostnacht am 20. April 2017. Die Frostkerzen schützten nicht vor der Polarkälte

7. April: Austrieb mit Vollgas
Mit den hohen Temperaturen anfangs April treiben die Reben schnell und rund zwei Wochen früher als im Durchschnitt aus. Bereits brechen die ersten Knospen auf. Um die Kräusel- und Pockenmilben in Schach zu halten und der Schwarzfleckenkrankheit vorzubeugen, machten wir eine Austriebsspritzung mit Schwefel.

Knospenaufbruch
Die ersten Triebe beim Solaris

14. März
In diesen Tagen sind wir mit dem Aufbinden der Reben beschäftigt. Das heisst: Die Tragrute wird auf die richtige Länge geschnitten und auf den Rebdraht aufgebunden. Ausserdem lassen wir eine Frostrute stehen. Eigentlich ist dies die schönste und kreativste Tätigkeit im Rebjahr. Jede Rebe ist ein Individuum und wir passen den Schnitt an ihre Eigenart an.

Schlüsselblume
Frühlingsbote im Rebberg

Februar
Soeben haben wir den Vorschnitt der Reben beendet. Sobald es wärmer wird, werden wir die Tragrute auf den Draht binden und die Reserverute auf den Zapfen für 2025 zurückschneiden.

Schöfli 2023
Sie beleben den Rebberg im Januar und Februar

1. Januar
Es gutes Neus! Was wird uns das neue Rebjahr bringen? Auch in diesem Jahr blühten am 1. Januar Löwenzahn und Margrittli. Nehmen wir es als gutes Omen und lasst uns auf ein gutes Rebjahr ohne Hagel, Kälte, Hitze oder Pilzbefall hoffen.

Neujahr Blume
Der Löwenzahn begrüsst das Neue Jahr!
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